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Smalltalk: Fakten, die jeder über Inkontinenz wissen sollte

Ob Husten, Niesen oder Lachen: Wer hierbei Urin verliert, ist keineswegs eine Ausnahme. Hier ein paar Fakten zum Tabu-Thema Inkontinenz – für den Smalltalk beim nächsten Party-Büfett oder das anregende Gespräch in der Toilettenwarteschlange danach.

1 Was heißt eigentlich „Inkontinenz“?

Jetzt mal Klartext: Inkontinenz ist die fehlende oder mangelnde Fähigkeit des Körpers, den Blasen- und/oder Darminhalt sicher zu speichern und selbst zu bestimmen, wann und wo er entleert werden soll. Die Folgen: Unwillkürlicher Urinverlust oder Stuhlabgang.

Ursache ist eine Störung des fein aufeinander abgestimmten Wechselspiels der beteiligten Muskelgruppen: Blasenmuskel, Schließmuskel und der Beckenbodenmuskulatur mit dem Musculus Levator ani, dem – so der Name - „Heber des Afters“. (Quelle: Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.)

2 Allerweltsproblem?

Jeder Tropfen zählt: Von Inkontinenz sprechen Experten bereits ab einem Tropfen Urin, der unwillentlich in die Hose geht. Etwa jeder Zehnte, so vorsichtige Schätzungen, hat ein Inkontinenz-Problem.

Allein in Deutschland sind rund 9 Millionen Kinder, Frauen und Männer betroffen und in ihrem Alltagsleben mehr oder weniger stark beeinträchtigt. (Quelle: Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.)

3 Kein Frauending!!

Inkontinenz betrifft nicht nur Frauen: Mit Blasenschwäche hat sowohl das schwache als auch das starke Geschlecht zu kämpfen. Frauen sind beim Thema Inkontinenz aber auch von Natur aus anatomisch benachteiligt.

Ihr Beckenboden – ein aus Muskeln und Bindegewebe bestehendes „Auffangnetz“ für die inneren Organe hat drei Öffnungen (für Harnröhre, Vagina und Enddarm), der Beckenboden von Männer hat lediglich zwei. Dadurch sind Frauen anfälliger für Formen von Inkontinenz, die durch eine zu schwache Beckenbodenmuskulatur ausgelöst werden.

4 Keine Frage des Alters

Von wegen nur Kleinkinder und Alte: Nicht selten haben auch Frauen und Männer schon mit Mitte Dreißig erstmals Probleme mit der Beckenbodenmuskulatur. Gründe für eine Blasenschwäche können psychische Belastungen sein,

organische Störungen wie eine akute Blasenentzündung, aber auch eine Geburt oder eine Prostata-OP. Häufig wird dabei die Muskulatur des Beckenbodens beeinträchtigt und geschwächt.

5 Da kann man nix machen, oder?

Wer das sagt, der irrt: Inkontinenz ist kein unabänderliches Schicksal. Jede Form der Blasenschwäche lässt sich heutzutage behandeln. Bevor Medikamente oder eine OP ins Spiel kommen, empfehlen Ärzte jedoch „konservative Maßnahmen“,

die auch jeder selbst anwenden kann: regelmäßiges Training der Beckenbodenmuskulatur. Besonders effektiv: Training mit „Biofeedback“, bei dem mittels eines Sensors von außen die Kontraktion der angesteuerten Muskeln gemessen wird.

6 Sexueller Lustspender

Der Musculus Levator Ani, der – auf Deutsch „Heber“ – ist der zentrale Muskel des Beckenbodens. Er ist nicht nur für die Kontrolle der Kontinenz von Bedeutung. Er spielt auch beim Sex eine wichtige Rolle:

Bei einer Frau entspannt er sich während des Geschlechtsverkehrs, beim Mann bei der Erektion. Bei einem Orgasmus pulsiert schließlich der gesamte Beckenboden: Anspannen und Entspannen wechseln sich dann ab.

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